Der Kunstmarkt heute

Leider ist die heutige Kunstmarkt-Logik im allgemeinen höchst dysfunktionell und langfristig ineffizient. Kunstsammler werden durch Anreize auf kurzfristige Gewinne und den schnellen und ziellosen Verkauf von Trivialkunst zu finanziellen Entscheidungen gebracht, anstatt durch unabhängige Beratung im Hinblick auf das Gesamtwerks eines Künstlers dauerhafte Qualität zu erwerben.

Dieses falsche Paradigma von intellektuell und kulturell niedrigen Werten zu hohem finanziellen Wert wirkt sich negativ auf die Infrastrukturen und Formationen aus, die den Komplex der Kulturindustrie erhalten.

Überbewertung und Preisineffizienz von leicht verdaulicher und unterhaltsamer Kunst verbreitet sich mehr und mehr. Es ist eine Situation, die den Investoren und dem Vermächtnis der Künstler schadet und die gesamte Kunstwelt irreführt.

Im Endeffekt und längerfristig führt es zu Verlusten für die Anleger. Es besteht die Gefahr, die Autorität der Kulturexperten und ihre Meinung zu überschätzen, da sie des öfteren den Wert von Kunstwerken aufgrund persönlicher Ansichten und Geschmäcker oder anderer, oft finanzieller Gründe, zu hoch anlegen.

Im Bereich der zeitgenössischen bildenden Kunst, sind es auch oftmals die Interessen der Agenten die vor allem für große institutionelle Anleger einkaufen, welche die dominanten Werte der Kunst bestimmen. Durch ihre Akquisitionen prägen diese den künstlerischen Ruf des Künstlers wie auch den Geschmack und die Feststellung des elitären Charakter des Kunstmarktes.

Dies entspricht jedoch nicht dem reellen Wert der Kunst, denn ökonomische Bewertung sollte durch allgemein spürbare und erkennbare Qualität der Verbrauchskunstwerke demokratisch und damit allgemein gültig sein.